Mühle "Gott mit uns" Eddelak                                                  [Grafik]
 
 

Die Geschichte der Mühle Gott mit uns Eddelak

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Liebe Mühlenfreundin, lieber Mühlenfreund,

hier, im 850 Jahre alten Kirchdorf Eddelak, steht am Ortsausgang nach Brunsbüttel die Holländerwindmühle "Gott mit uns". Das Mühlengrundstück wurde Ende des 18. Jahrhunderts durch den wohlhabenden Hofbesitzer Franz Sühl von der Kirche erworben. Das bewegte Leben unserer Mühle begann dann 1802, als dieser das Grundstück an Christian Harms für 400 Mark verkaufte und der noch im selben Jahr das Wohnhaus und eine Bockmühle bauen ließ. Das sich vergrößernde Dorf verlangte nach einer eigenen Mühle, waren doch die Wege zu den Mühlen in Dingen, Averlak und Westerbüttel schlecht und weit. Als Harms schon 1806 ver­starb, führte seine Witwe den Betrieb mit ihrem zweiten Mann bis 1811 weiter. Dann verkaufte sie die Mühle an ihren Bruder Claus Hues. Der gelernte Müller bewirtschaftete die Mühle 30 Jahre. Nachdem der Kaufmann Franz Scheelhase die Mühle 1842 erwarb, wurde sie von verschiedenen Pächtern geführt.

1857 erwarb der Müller Peter Ohlhus die Mühle, verkaufte sie aber bereits 1863 an Friedrich-Martin Egge. Dieser brach 1865 die alte Bockmühle ab und ersetzte sie durch die jetzige Holländermühle. An den Zapflöchern in den Konstruktionshölzern kann man auch heute noch gut erkennen, daß beim Neubau Teile der alten Mühle verwendet wurden.

1906 wurde eine neue, eiserne Flügelwelle eingebaut, welche von der Eisengießerei Voß (heute Köster) in Heide gefertigt wurde. Im Jahre 1907 erwarb der Müller Jakob Haalck aus Burg die Mühle. Schon 1909 kaufte er einen Benzinmotor, um vom Wind unab­hängig zu sein. An dessen Stelle trat 1937 ein Dieselmotor "Deutz", der bis heute funktionsfähig ist.

In den schlechten Kriegs- und Nachkriegsjahren mußte ein neuer Flügel aus einem Dalben des Nordostsee-Kanals geschnitten wer­den. 1961/62 wurde ein Flügel aus Lärchenholz in der Nähe von Frestedt gefertigt. 1953 übernahm der Sohn Albert Jakob die Mühle von seinem Vater und führte den Betrieb bis 1985. Seitdem stehen die Mahlgänge still. Die Flügel drehten sich schon seit 1975 nicht mehr, nachdem der Sturm einen Flügel weggerissen hatte. Im Jahre 1976 brach dann bei einem Orkan die Windrose ab. Dies be­deutete das vorläufige "Aus" für die Mühle.

1986 brach für die Mühle eine neue Zeit an, als sie unter Denkmalschutz gestellt wurde. Eine erste gründliche Restaurierung wurde 1989 abgeschlossen und ließ die Mühle nun im neuen Glanz erstrahlen. Im Dezember 1990 erbte Albert Haalck jun. die Mühle von seinem Vater. Seit 1998 ist Hauke Haalck neuer Eigentümer der Mühle. Der im November 1990 gegründete Mühlenverein unterstützt Familie Haalck bei der Unterhaltung der Mühle.

Schon bald war die Mühle erneut reparaturbedürftig. Der Mühlenkopf hatte sich soweit geneigt, dass die Flügel im Betrieb das Reetdach berührten. Vom Sommer bis Dezember 2006 wurden das Tafelelement und der vielfach gebrochene Drehkranz ausgetauscht. Außerdem erhielt die Mühle eine neue Windrose, ein neues Kupferdach und neue Jalousienflügel, welche die Segeltuchflügel von 1989 ersetzten und die Mühle so wieder in ihren historischen Zustand versetzen.

 

Technische Informationen:

Die Mühle ist eine Galerie-Holländer mit Windrose, welche den Kopf mit Flügeln vor den Wind dreht. Die 4 Flügel haben einen Durchmesser von ca. 18,6 Metern. Die Jalousien öffnen sich bei zu starkem Wind selbsttätig.

Die Mühle hat 4 Mahlgänge:

-    zwei Schrotgänge, die mit einer Kunststeinauflage versehen sind.

-    einen Franzosengang zur Mehlherstellung mit Naturstein aus Frankreich.

-    einen Graupengang, in dem Gerste geschält wurde.

Franzosen- und Graupengang stehen seit 1952 still. Elevatoren, Mischmaschine, Haferquetsche, Kornreinigung, Sacknähmaschine, Waage mit Gewichten, Mehlsichter, Sackaufzug, Sackkarren, He­bekran für die Mahlgänge und Dieselmotor vervollständigen die Mühleneinrichtung.

 

Zusammengestellt aus:

Hans-Peter Petersen: Schleswig-Holsteinisches Windmühlen-Buch und Aufzeichnungen der Fam. Haalck